Johann Peter Eckermann – Goethes Papagei

Goethe und sein Papagei

Goethe und sein Papagei

Im Aphorismus  109 aus Menschliches, Allzumenschliches – Der Wanderer und sein Schatten stellt uns Friedrich Nietzsche seinen Schatz der deutschen Prosa vor. Ganz oben steht Eckermanns Gespräche mit Goethe.Im Herbst 1884 notierte Schnauzer in sein Notizbuch:

Die paar guten Bücher, die von diesem Jahrhundert übrig bleiben werden, richtiger: die mit ihren Ästen über dies Jahrhundert hinweg reichen, als Bäume, welche nicht in ihm ihre Wurzeln haben – ich meine das Mémorial von St. Helena und Goethes Gespräche mit Eckermann.

Goethes Privatsekretär, Johann Peter Eckermann, wäre ohne dieses Buch heute wahrscheinlich vergessen. Heinrich Heine nannte Eckermann respektlos in seinen ReisebildernGoethes Papagei“.  Zu Recht. Das tut den Gesprächen mit Goethe aber keinen Abbruch. Das Buch besteht aus Weisheiten des Dichterfürsten. Passender wäre der Titel Goethes Monologe gewesen.  Es ist quasi eine Art prähistorischer Goethe-Blog.

Beispiele aus Gespräche mit Goethe:

Solange man sich im Allgemeinen hält, kann es uns jeder nachmachen; aber das Besondere macht uns niemand nach, warum? Weil es die anderen nicht erlebt haben.

 

Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.

 

Meine Sachen können nicht populär werden; wer daran denkt und dafür strebt, ist in einem Irrtum. Sie sind nicht für die Masse geschrieben, sondern nur für einzelne Menschen, die etwas Ähnliches wollen und suchen, und die in ähnlichen Richtungen begriffen sind.

 

Unsere jetzigen Talente liegen alle auf dem Präsentierteller der Öffentlichkeit.

 

Solche Weisheiten sind es, die das Buch Eckermanns zu einem wahren Schatz machen. Und mit ein bisschen Glück, findest Du einen solchen Schatz auf einem Bücherflohmarkt für einen Euro.

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Ein Kommentar zu Johann Peter Eckermann – Goethes Papagei

  1. Hartmut Fischer sagt:

    Er war eben nicht Goethes Papagei. Eckermann hat Goethe z.B. in der Farbenlehre widersprochen. In der Ornithologie führt er Goethe regelrecht vor. Aber um das zu finden, müsste man halt den Text lesen.

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